SIE SIND ALLE NACH­KOMMEN DER GROSSEN REVO­LUTION. DER EINEN, DER ANDEREN.


CAT

Ehe­maliges Gruppen­mitglied. Für Maß­nahme zurück­gekehrt. Wissen­schaftlerin, Leiterin des Menschen­parks.


JONES

Gruppen­mitglied. Deckname ›Napoleon‹. Zeitweilig von der Gruppe nach Selbst­kritik abgewählt. Zwischen­zeitlich in der Kommunal­politik tätig.


POLLY

Gruppen­mitglied. Journa­listin bei verschie­denen linken und anderen Maga­zinen, in der Frauen­bewegung aktiv.


BOXER

Gruppen­mitglied, verstorben.


SQUEALER

Gruppen­mitglied. Orga­nisierte die erste Reise der Gruppe nach China. Im Anschluss kurz­zeitiger Aus­stieg, dann Rückkehr in die poli­tische Arbeit.


BENJAMIN

Gruppen­mitglied. Migrations­hintergrund. Lehrerin. Kein Berufsverbot, da nicht verbeamtet. Nach 25 Jahren Aufenthalt eingebürgert.


CHICA

Student*in und youtube-blogger*in. Begleitete die Gruppe für ihre Magister­arbeit: »Revolu­tionäre Gruppen im kommunalen Kontext – was damals war und heute aus ihnen geworden ist?«


HUND

Assistent und Tier fürs Grobe in der Maßnahme. Keine bekannte poli­tische Zugehö­rigkeit.


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ANIMAL FARM, DIE.

Allegorie von der Übernahme der Revo­lution durch Propa­gandisten und Bürokraten, die vor keiner Mani­pulation und auch nicht vor Terror zurück­schrecken, um ihre eigenen Interessen durch­zusetzen.

»Mal wieder so fühlen wie früher.«

»Seit Jahr­zehnten treffen wir uns. Am selben Ort. Zur selben Zeit. Am gleichen Tag in der Woche. Früher war wenigstens die Kneipe noch offen.«

»Warten. Weiter warten. Immer warten auf sie, die kommt, die sagt, ich war, ich bin, ich werde sein.«


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ISABEL THOMA: »MOBILE WORK« (2012–13)
Installations­ansicht Ausstellung »No place to hide – Ort Kontrolle Produktion«, Agentur für Arbeit Stuttgart, 2013. In ihrer Instal­lation befasst sich Isabel Thoma mit den »Arbeits­nomaden« des 21. Jahrhunderts – ihr zeit­genössischer Arbeits­platz ist flexibel nutzbar, leicht transpor­tierbar, und bietet, kombiniert mit einem Smartphone, die volle Mobilität, nach der der Markt heute verlangt.


»Die Geschichte hat dieses Stück schon lange abgespielt. Ihr Urteil ist gesprochen und vollzogen.«

»In der Maß­nahme brauchen wir Kapital und Intelligenz, keine Revolu­tionen. Anstatt den Menschen zu befreien, sollte man ihn überwinden! Im Menschen­park den Menschen züchten.«

THEATER, DAS.

Schon die Wahl der Allegorie als Mittel der Darstellung eines politischen Problems bei George Orwell legt die Spur, dass das politische Thema untrennbar mit der Frage nach der Sprache verbunden ist; und mit der Frage, ob man und wie man Sprache »pervertieren« kann.


GEORGE ORWELL
»FARM DER TIERE« (1945)
ÜBERSETZUNG: MICHAEL WALTER

»Die Katze trat dem ›Reedu­kations­komittee‹ bei und war darin einige Tage lang sehr aktiv. Man sah sie eines Tages auf dem Dach sitzen und zu einigen Sperlingen sprechen, die sich außerhalb ihrer Krallen­weite befanden. Sie erzählte ihnen, daß alle Tiere jetzt Genossen seien und daß sich jeder Sperling, der nur Lust dazu verspüre, auf ihrer Pfote nieder­lassen könne; doch die Sperlinge blieben auf Abstand.«

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PETER SLOTERDIJK
»REGELN FÜR DEN MENSCHENPARK« (1999)

»Menschen sind selbst­hegende, selbst­hütende Wesen, die – wo auch immer sie leben – einen Parkraum um sich erzeugen. In Stadtparks, Nationalparks, Kantonal­parks, Ökoparks – überall müssen Menschen sich eine Meinung darüber bilden, wie ihre Selbst­haltung zu regeln sei.«

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»Die Katze sagte Ja. Die Katze sagte Nein. Die Katze sagte Ja und Nein.«


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MARCO SCHMITT: »BEYOND THE BADGES« (2016)
Manifesta 11, Instal­lation mit der Kantons­polizei, Löwenbräu Kunst, Zürich, Schweiz. Für seine Instal­lation bat Marco Schmitt Polizei­beamte, ihr bevor­zugtes Arbeits­gerät mit ihrem Lieblings­tier zu verbinden.


MENSCHENPARK, DER.

Maßnahmen zur Opti­mierung der Menschen sind die Domäne der Wissenschafts­sprache. Hier gilt die Sprache der DNA, der Biologie, der Sprache als solcher überlegen, weil man über wissen­schaftliche Methodik eindeutige und über­prüfbare Ergebnisse erzeugen kann.

»Ich hatte Berufsverbot. Kein Kampf gegen das Kapital ohne Kampf gegen das Patriarchat.«

»Ich bin eine Zeitkapsel. Ein Archiv. Oder eine ideo­logische Resterampe. Eine Zeitkapsel, nur, dass der Kapsel die Zeit ab­handen­gekommen ist.«

»Bist du die Entkommene? Wir suchen das Irreparable.«


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IMPRESSUM

AGORA – Das Theater der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens • Am Stellwerk 2, B-4780 St. Vith • Tel.: +32 80 22 61 61 • agora@agora-theater.netwww.agora-theater.netwww.menschenpark.eu

KÜNSTLERISCHE LEITUNG AGORA: Kurt Pothen • REDAKTION: Mona Becker, Felix Ensslin, Daniela Scheuren • GESTALTUNG: Studio Nicolas Zupfer, www.nicolaszupfer.com • CODING: Nam Huynh, www.namhuynh.de • FOTOS: Willi Filz, Céline Leuchter, Daniela Scheuren, Sascha Wolters, Judith Thelen

ANIMAL FARM – THEATER IM MENSCHENPARK!
EINE AUSEINANDER­SETZUNG MIT ORWELLS FARM

SPIEL: Karen Bentfeld, Galia De Backer, Catharina Gadelha, Roger Hilgers, Joé Keil, Eno Krojanker, Daniela Scheuren • TECHNIK: Joé Keil • TON: Christopher Hafer • BÜHNE: Céline Leuchter • BÜHNENBAU: Céline Leuchter, Falco Schmitz, Tom Sommer & 723° • LICHTDESIGN: Jasper Diekamp • KOSTÜM: Petra Kather • MUSIKALISCHE LEITUNG: Wellington Barros • CHOREOGRAFIE: Catharina Gadelha • Film: Ludwig Kuckartz • PRODUKTIONS­LEITUNG & REGIE­ASSISTENZ: Judith Thelen DRAMA­TURGIE: Mona Becker, Felix Ensslin • TEXT: Felix Ensslin mit Mona Becker • REGIE & KÜNSTLE­RISCHE GESAMT­LEITUNG: Felix Ensslin mit Daniela Scheuren